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Anwalt Trennung

Scheitern alle Aussprache und Versöhnungsversuche der Ehegatten und/oder haben auch alle aussergerichtlichen oder gerichtlichen Mediationsgespräche zu keinem Ergebnis geführt, so gelangen die Eheleute meist zu der Entscheidung, sich zu trennen oder sich scheiden zu lassen. Es empfiehlt sich in jedem Fall, zur Sicherung der eigenen gesetzlichen Ansprüche, die Trennung und Scheidung strukturiert vorzubereiten. Obwohl es in dieser sehr emotionalen Phase sehr schwierig ist, ist es doch zur Vermeidung möglicherweise unwiederbringlicher wirtschaftlicher Nachteile sehr wichtig, nun systematisch jeden Schritt zu planen. Die nachfolgende Auflistung ist hierbei weder abschließend noch von der Gewichtung und wirtschaftlichen Bedeutung für jeden einzelnen Fall maßgeblich, soll nur als mögliches Beispiel der Vorgehensweise dienen.

 

Trennung: Erste Schritte

 

Anwalt Trennung : Erstberatung mit Rechtsanwalt 

In der ersten Beratung mit dem Anwalt für Familienrecht sind die für den jeweiligen Klienten in persönliche und wirtschaftliche Hinsicht für die Trennung und Scheidung wichtigen Fragen zu erörtern und zu klären. Auch muss darüber informiert werden, ob und wann eine Scheidung gestellt werden kann oder ob erst ein Eheschutzbegehren sinnvoll erscheint. Zu prüfen ist auch die Frage, ob nicht erst eine Trennungsvereinbarung aufgesetzt werden sollte und mit der Scheidung noch zugewartet werden kann. Sofern die Ehepartner keinen Ehevrtrag haben, wird in der Schweiz wegen der Einheit des Scheidungsurteils auch sogleich die Teilung des Vorsorgeguthabens der Ehegatten und die güterrechtliche Auseinandersetzung geregelt. 

 

-Dokumente vorbereiten, bereitstellen

Die folgenden Dokumente sollten für die Einreichung des Ehechutzgesuchs oder der Scheidung entweder kopiert oder hinsichtlich wichtiger Daten vorbereitet werden:

–Arbeitsvertrag, Lohnauszüge, Steuererklärungen der letzten zwei Jahre (mindesten), Versicherungen (insbesondere Lebensversicherungen), Kontoauszüge des Lohnkontos, Vermögensaufstellung, Grundbuchauszüge bei Immobilien und Kopien des Familienbüchleins 

 

Lohnkonto:

Um das eignen Gehalt vor möglicherweise unberechtigten und zu hohen Abhebungen des anderen Ehepartners zu schützen, sollte frühzeitig ein eigenes Lohnkonto (wenn nicht schon geschehen) eingerichtet werden.

 

Zeitpunkt der Trennung festhalten:

Falls einer der Ehegatten nicht in die Scheidung einwilligt, kann der andere Ehegatten eine Scheidungsklage erst nach einer zweijährigen Trennungszeit einreichen. Aus diesem Grund sollte auch frühzeitig für den Fall einer bereits erfolgten Trennung der Trennungszeitpunkt festeghalten werden. Unter der Trennung versteht man entweder der Auszug eines Ehegatten aus der gemeinsamen Familienwohnung oder die Trennung von "Tisch und Bett", wenn beide Ehegatten weiterhin in der gemeinsamen Wohnung wohnen bleiben. Natürlich ist bei keiner räumlichen Trennung der Parteien schwieriger zu beweisen, als wenn ein Ehegatte aus der gemeinsamen Wohnung auszieht. Hier müssen notfalls ganz klare Beweise geschaffen werden (z. Bsp. getrennte Kühlschränke, Nachweis der getrennten versorgung -Einkaufen, Kochen etc., Nachweis der Trennungssituation ggf. durch Zeugen, Quittungen etc.). 

 

Bankvollmachten widerrufen:

 Um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen, sollten mit der Trennung – oder sobald das Vertrauen in den anderen Ehepartner verlorengegangen ist – Bankvollmachten gegenüber der Bank widerrufen werden.

 

Trennungsvereinbarung:

Sind sich die Ehegatten über die wesentlichen Punkte ihrer Trennung wie die Zuteilung der Familienwohnung, den Trennungsunterhalt, die Gütertrennung etc. einig und sind keine gemeinsamen Kinder vorhanden, so können die Ehegatten eine aussergerichtliche Trennungsvereinbarung abschliessen.

 

Eheschutzverfahren:

 Können sich die Ehegatten nicht darüber einigen, wer weiterhin in der Familienwohnung leben nach der Trennung leben soll oder sind Kinder vorhanden, so sollten die Ehegatten ein Eheschutzgesuch an das zuständige Gericht gestellt werden. Dabei regelt das Gericht auch, wer die Obhut über die Kinder erhält und die weiteren Kinderbelange. Dieses lädt dann zu einer Verhandlung vor, bei welcher beide Ehegatten zu den Anträgen angehört werden. Das Gericht entscheidet dann durch Urteil, welches bis zum Scheidungsurteil Bestand hat.

 

Die vorstehenden Punkte geben nur einen kleinen Überblick über die "to do" Handlungen bei der Trennung, begehren jedoch nicht den Anspruch der Vollständigkeit. In jedem Fall ist auf die persönlichen Lebensumstände und Verhältnisse Rücksicht zu nehmen und diese Punkte daraufhin zu überprüfen und ggf. zu erweitern. Um unnötig falsche Schritte zu vermeiden, empfiehlt es sich möglichst frühzeitig einen Anwalt für Familienrecht aufzusuchen und sich beraten zu lassen.